Weg - entlang Jans Grundstück - lag schattig vor dem Zaun. Die Birken am Rand, standen grün daneben – die Zweige hingen fast bis auf den Boden. Eine Amsel flog von einem weiter hinten stehenden Baum herunter. Dort promenierte der Vogel schon bald pickend über das Pflaster und die Wiese an den Rändern.

Toni lief langsam in den Pfad hinein. Tief einatmend führten ihn seine Füße näher zum Eingang; weit entfernt lag das verzierte Metalltor nicht mehr; ein herunterhängender Ast streifte sein Haar; frisch umgab ihn die Luft.

 

Auf dem Weg zu den pensionierten Autos lief Toni an der Haustür vorbei. Neugierig ging er zu der offenen Pforte hin – als der Mann ein Stockwerk weiter oben Schritte hörte, lief er die Stufen hinauf.

Jan stand im Flur und sah überlegend in den Raum vor sich. „Könnte man in diesem Zimmer Kraft – irgendwie – darstellen?“ Diese Frage stand - rein rhetorisch – im Raum.

Toni sah in den Raum... ja nu, Größe zeichnete diese Wände wahrlich nicht aus. „Hey, wir sind die, dies Tun – Ideen liefern die Mädels...“

Zustimmend nickte Jan und hob fragend die Arme: „Okay, und wo sind die Drei?“

 

Quatschend gingen die Frauen den Weg entlang.

„Das ist so viel Obst, für die Mücken gibt das ein Extraschälchen.“ Viona überlegte „Prima, dann ist für Emil und die Gang auch was drin!“

„Okay, stopp – Mücken... Fliegen... was kommt als nächstes? Babyfrösche, Minidinos?“ Irritierte Blicke wanderten zu Litizia.

„Na, es ist doch genug für die Gäste da... und der Nachwuchs von Frosch und Salamander sollte ebenfalls versorgt werden.“

 

Auch die Frauen wurden magisch von der offenen Tür angezogen;

auch bei den weiblichen Personen wurde die Neugier geweckt;

auch diese drei Fußpaare nahmen die Stufen in Angriff.

 

Oben angekommen, konfrontierten sie die beiden Männer mit der Frage der Zimmergestaltung.

Viona schaute nachdenklich über den Flur... „Wie sollte man diese Sache angehen?“

Litizia sah zur Freundin.

Ines betrachtete ebenfalls die kleinen Türen... „Wer spricht denn von nur einem Raum?“

Mit dieser Frage verstummten augenblicklich die Stimmen – nach einigen Momenten Stille fragte Viona, welchen Hintergrund die Frage hatte...?

„Hast du neulich nicht von einem Vogelschwarm gesprochen?“

Zustimmendes Nicken folgte.

„Wie wäre es nun, wenn dieser Schwarm in einigen Zimmern aufsteigen würde?“

„Okay, das könnten wir tun – wer aber kann und soll die Tierchen malen?“

„Pf... Baumärkte bieten hier gerne ihre Dienste an.“

 

„Dann könnten doch auch unzählige Sternschnuppen umherschwirren!“

Tonis Einwand erntete ratlose Blicke.

„Bist du... nur einmal schon... in einen Asteroidenschauer gekommen?“ Jan pflichtete Litizia bei.

„Nö, aber wird es da nicht endlich mal Zeit?“ Toni schaute auf die Türen.

„Zwei Räume müssten dunkelblau – fast schwarz - gestrichen werden?“ Sein Blick suchte Vionas „Klar, das wär schon mal eine gute Ausgangsposition. Dann fehlen nur noch Sterne, der Polarstern und die Milchstraße!“

„Ja, und Kakao!“

„Wie kann man den Löffel darstellen?“

„Ach, das ist doch das geringste Problem... ein Sternennebel hilft.“

„Gibt´s da so einen?“

„Flieg hoch und schau nach!“ Verschmitzt grinste er Viona zu.

 

„Das kann doch nicht sein!“ Viona legte den Bleistift heftig auf den Block! Ines sah hoch – in den Händen hielt sie die Metallherzen.

Die beiden Frauen saßen draußen am Tisch und nahmen das warme, trockene Wetter in Anspruch. „Was ist los?“ Fragend klebten ihre Augen auf dem Zeichenblock. „Mir fehlt der Ansatz, dieses Zimmer zu entwerfen.“

Ratlos drehte sich der Bleistift erneut zwischen den Fingern.

„Vielleicht wäre es gewinnbringender, wenn wir in die Vorbereitungen – u.a. für unsere Gäste – einsteigen würden?“ schlug Ines vor.

„Stühle aufstellen nicht vergessen! Sind ja nicht gerade wenige...“ Tonis Weg führte weiter... er wollte die Halterungen für die Glasbilder anbringen.

 

Als die Tür abends nach innen aufsprang, standen schon lange Zeit die Sterne hoch am Himmel. Der Zeichenblock und ihre Tasche landeten auf dem Tisch; mit einem Glas Wein trat Viona ziemlich bald an das Fenster; funkelnd blitzten zahlreiche kleine Lichtpunkte auf die Erde herab. Tonis Vorschlag in zwei Räumen einen Nachthimmel entstehen zu lassen, stieß auf keine Gegenwehr... Ob er die Sterne jetzt auch sah?

 

Gähnend fuhr die Frau von der Schnellstraße, bog zu der Tankstelle ab, um Simon abzuholen und gemeinsam führte der Weg zu einem nahegelegenen, beliebten Ausflugsziel. Ziemlich am Fuß des Berges stoppte der Wagen in einer Wieseneinfahrt. Beide Personen stiegen aus und liefen über den Teer zu den bereits anwesenden drei Wachmännern.

„Habt ihr Karten und Wechselgeld dabei?“, wollte einer der Schneiders wissen. „Nein, aber Serno muss jeden Augenblick kommen und alles vorbeibringen.“ Viona sah die Straße bergauf; da kam gerade ein Auto des Weges. Je näher der Wagen rollte, desto deutlicher wurde das Cabrio vom Chef.

 

Die vier Personen versammelten sich um den Kofferraum; er brachte zusätzlich noch den fehlenden fünften Mann – Hans – mit; gab eine kurze Einweisung; Karten und Wechselgeld gab der Mann ebenfalls aus; dann verschwand das Cabrio wieder.

Die fünf Leute verteilten sich auf der Straße: zwei links, der Zwilling rechts und Simon ging ein Stück weiter runter in die Mitte der Straße; dort sollte der Mann die ankommenden PKW´s einweisen.

 

Das tat er auch und trotz Kälte besaß man Humor: während einer kurzen Pause zog Simon seine Regenjacke zurecht... im leichten Niesel versuchte er sich als Balletttänzer.

Am nächsten Morgen fuhren Serno und sein Sohn mit, um die Straßenseite der Zwillinge zu übernehmen. Hans wurde durch Marco ausgetauscht.

Weiter ging es die beiden verbleibenden Tage... jedoch fuhr man am Abend statt blau vor Kälte, angemalt wie ein Krebs Richtung heimisches Bett...

 

Die Tasse Kaffee dampfte neben dem Stück Torte weiter. Als Viona wenig später Richtung Gartentisch lief, spazierte neben ihr auf leisen Pfoten ein schwarzer Punkt mit.

Die Frau legte die Kiste mit sortierten Bleistiften auf den Block, setzte sich und schaute zu ihrem Gegenüber: „Magst du Torte?“

Erwartungsfroh sahen die mondsteinfarbenen Augen zu ihr.

„Blöde Frage, weitere Nachforschungen erübrigen sich dann wohl...“ Die Frau löste den Klebestreifen vom Papier - zum Vorschein kam das rosafarbene Sahnestück!

Ihr Finger strich durch die Sahne und hielt ihn vor das schwarze Näschen. „Is Erdbeere, is gut, probier mal...“

Den verbleibenden Tag zeichnete sie das Bett vor...

 

Der nächste Fußballsonntag stand an und das bedeutete: Toni wäre ihr in dem Kassenhaus ziemlich nah! Neuigkeiten zu den kommenden Fußballstars gäbe es auch.